Justus Lipsius: Epistolica Institutio: Unterschied zwischen den Versionen

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Justus Lipsius (Joest Lips, 1547–1606) war ein flämischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Philologe. Er war im Laufe seines Lebens an den Universitäten Jena, Löwen und Leiden tätig und machte sich v.a. auf dem Gebiet der Textkritik verdient, u.a. durch seine kritische Tacitus-Ausgabe von 1574, doch beschäftigte er sich auch mit (stoischer) Philosophie. Er schrieb tausende Briefe, die er zum Teil in Sammlungen herausgab, und die stilprägend auf Zeitgenossen und kommende Generationen wirkten. Sein teils eigenwilliger und eklektischer Stil unterschied sich dabei deutlich von dem der Ciceronianer.
 
Justus Lipsius (Joest Lips, 1547–1606) war ein flämischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Philologe. Er war im Laufe seines Lebens an den Universitäten Jena, Löwen und Leiden tätig und machte sich v.a. auf dem Gebiet der Textkritik verdient, u.a. durch seine kritische Tacitus-Ausgabe von 1574, doch beschäftigte er sich auch mit (stoischer) Philosophie. Er schrieb tausende Briefe, die er zum Teil in Sammlungen herausgab, und die stilprägend auf Zeitgenossen und kommende Generationen wirkten. Sein teils eigenwilliger und eklektischer Stil unterschied sich dabei deutlich von dem der Ciceronianer.
  
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Die ''Epistolica Institutio'' ist ein kurzes Werk, mit dem Lipsius, wie er im Vorwort erklärt, der Jugend aufzeigen möchte, wie man korrekt lateinische Briefe verfasst. Der bewusst knapp gehaltene Ratgeber soll dabei praxistaugliches Wissen vermitteln, z.B. über den gelungenen Aufbau eines Briefes. Daneben zeigt Lipsius auf, wie man die nötigen sprachlichen und stilistischen Kenntnisse erwerben kann, um erfolgreich zu kommunizieren und einen guten Eindruck zu machen. Dies gelinge durch die Imitation antiker Vorbilder. Er setzt sich dabei kritisch mit dem Ciceronianismus auseinander.
 
Die ''Epistolica Institutio'' ist ein kurzes Werk, mit dem Lipsius, wie er im Vorwort erklärt, der Jugend aufzeigen möchte, wie man korrekt lateinische Briefe verfasst. Der bewusst knapp gehaltene Ratgeber soll dabei praxistaugliches Wissen vermitteln, z.B. über den gelungenen Aufbau eines Briefes. Daneben zeigt Lipsius auf, wie man die nötigen sprachlichen und stilistischen Kenntnisse erwerben kann, um erfolgreich zu kommunizieren und einen guten Eindruck zu machen. Dies gelinge durch die Imitation antiker Vorbilder. Er setzt sich dabei kritisch mit dem Ciceronianismus auseinander.
  
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Da es sich um eine Anleitung handelt, ist der Text strukturiert und präzise: Begriffe werden definiert, die Schritte der Argumentation werden transparent gemacht, Aussagen werden begründet. Unpersönliche und allgemein gehaltene Anweisungen wechseln sich mit der direkten Ansprache des Lesers ab, teilweise in Form von Imperativen. In manchen Formulierungen zeigt sich außerdem Lipsius’ Hang zur Kürze und zur Ellipse.
 
Da es sich um eine Anleitung handelt, ist der Text strukturiert und präzise: Begriffe werden definiert, die Schritte der Argumentation werden transparent gemacht, Aussagen werden begründet. Unpersönliche und allgemein gehaltene Anweisungen wechseln sich mit der direkten Ansprache des Lesers ab, teilweise in Form von Imperativen. In manchen Formulierungen zeigt sich außerdem Lipsius’ Hang zur Kürze und zur Ellipse.
  
==Weiterführende Literatur==
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===Weiterführende Literatur===
 
Deneire, Tom: The Philology of Justus Lipsius’s Prose Style. In: Wiener Studien 125 (2012), S. 189–262.
 
Deneire, Tom: The Philology of Justus Lipsius’s Prose Style. In: Wiener Studien 125 (2012), S. 189–262.
  
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Tournoy, Gilbert / de Landtsheer, Jeanine / Papy, Jan (Hrsg.): Iustus Lipsius, Europae lumen et columen. Proceedings of the International Colloquium Leuven 17–19 September 1997. Leuven 1999.
 
Tournoy, Gilbert / de Landtsheer, Jeanine / Papy, Jan (Hrsg.): Iustus Lipsius, Europae lumen et columen. Proceedings of the International Colloquium Leuven 17–19 September 1997. Leuven 1999.
  
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Version vom 9. Mai 2021, 10:56 Uhr

Autor

Justus Lipsius (Joest Lips, 1547–1606) war ein flämischer Schriftsteller, Hochschullehrer und Philologe. Er war im Laufe seines Lebens an den Universitäten Jena, Löwen und Leiden tätig und machte sich v.a. auf dem Gebiet der Textkritik verdient, u.a. durch seine kritische Tacitus-Ausgabe von 1574, doch beschäftigte er sich auch mit (stoischer) Philosophie. Er schrieb tausende Briefe, die er zum Teil in Sammlungen herausgab, und die stilprägend auf Zeitgenossen und kommende Generationen wirkten. Sein teils eigenwilliger und eklektischer Stil unterschied sich dabei deutlich von dem der Ciceronianer.

Werk

Die Epistolica Institutio ist ein kurzes Werk, mit dem Lipsius, wie er im Vorwort erklärt, der Jugend aufzeigen möchte, wie man korrekt lateinische Briefe verfasst. Der bewusst knapp gehaltene Ratgeber soll dabei praxistaugliches Wissen vermitteln, z.B. über den gelungenen Aufbau eines Briefes. Daneben zeigt Lipsius auf, wie man die nötigen sprachlichen und stilistischen Kenntnisse erwerben kann, um erfolgreich zu kommunizieren und einen guten Eindruck zu machen. Dies gelinge durch die Imitation antiker Vorbilder. Er setzt sich dabei kritisch mit dem Ciceronianismus auseinander.

Besonderheiten

Da es sich um eine Anleitung handelt, ist der Text strukturiert und präzise: Begriffe werden definiert, die Schritte der Argumentation werden transparent gemacht, Aussagen werden begründet. Unpersönliche und allgemein gehaltene Anweisungen wechseln sich mit der direkten Ansprache des Lesers ab, teilweise in Form von Imperativen. In manchen Formulierungen zeigt sich außerdem Lipsius’ Hang zur Kürze und zur Ellipse.

Weiterführende Literatur

Deneire, Tom: The Philology of Justus Lipsius’s Prose Style. In: Wiener Studien 125 (2012), S. 189–262.

Dollinger, Heinz: Lipsius, Justus. In: Neue Deutsche Biographie (NDB) 14. Berlin 1985, S. 676–680.

Laureys, Marc et al. (Hrsg.): The World of Iustus Lipsius. A Contribution Toward His Intellectual Biography. Proceedings of a colloquium held under the auspices of the Belgian Institute in Rome, Rome, 22–24 May 1997. Rome 1998.

Tournoy, Gilbert / de Landtsheer, Jeanine / Papy, Jan (Hrsg.): Iustus Lipsius, Europae lumen et columen. Proceedings of the International Colloquium Leuven 17–19 September 1997. Leuven 1999.

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